Rückblick auf die bisherigen
Tätigkeiten in Rumänien

Rumänienhilfe im Kath. Frauenbund, Zweigverein Wegscheid

Unsere bisherigen Tätigkeiten in Siebenbürgen/Rumänien

1990 schließen wir uns im Frühjahr einer Hilfsgruppe an und fahren in einem Hilfskonvoi mit nach Hermannstadt. Wir sind enttäuscht von der Organisation und suchen nach geeigneten Kontaktpersonen. Wir finden die deutsche Hermann-Obert-Schule in Medias. Sie wird unsere Patenschule. Von jetzt an bis heute stehen wir mit der damaligen Schulleiterin Inge Jekeli in Verbindung.

Im Herbst 1990 beginnt unsere eigenständige Hilfstätigkeit und Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Sachspenden in Medias (1990), Alba Julia (1992) und Klausenburg (1990, ab 1997 in unserem Team) in Siebenbürgen/Rumänien.

Von Beginn an war unsere Devise: Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Fa. Zambelli und die Busunternehmen Kohl in Sonnen und Seibold in Wegscheid waren und sind uns auch heute noch eine große Unterstützung, ohne die wir unser Hilfsprojekt nie hätten durchführen können.

Zambelli stellte sämtliches Verpackungsmaterial, die LKWs und Kombis, wann immer sie von uns gebraucht wurden kostenlos zur Verfügung. Rumänische Jugendliche aus unserer Patenschule bekamen bei Zambelli problemlos einen Ferienjob. Auch heute noch stellt uns die Fa. Zambelli alles Klebematerial, das dringend für den Versand gebraucht wird nach wie vor kostenlos zur Verfügung.

Im Rahmen unserer Transporte fahren die ersten Jahre jeweils 4-5 Sattelschlepper und mehrere Kombis mit. Neben der Fa. Zambelli stellen uns verschiedene Transport- und Busunternehmen ihre LKWs und Kombis kostenlos zur Verfügung. Wartezeiten an den verschiedenen Grenzen bis zu 24 Stunden sind nichts Ungewöhnliches.

Mit jedem Transport liefern wir neben den Lebensmitteln und den üblichen Sachspenden wichtiges Arbeitsmaterial, verschiedenste Werkzeuge und landwirtschaftliche Kleingeräte.

Von Anfang an steht uns Daniel Thellmann, der spätere Bürgermeister von Medias hilfreich zur Seite. Ohne ihn hätten wir wahrscheinlich sehr bald aufgegeben.

Wichtig war uns von Beginn an eine Zusammenarbeit mit

  • ·         dem Deutschen Forum,
  • ·         der Schulleitung der Taubstummenschule in Klausenburg,
  • ·         der Diakonie,
  • ·         dem Bürgermeisteramt in Medias.

Von Anfang an übernachten wir und unsere Begleiter in privaten Haushalten, wenn wir zur Lebensmittelverteilung nach Rumänien fahren. Im Laufe der Jahre haben sich Freundschaften gebildet und gefestigt. Es gibt jedes Mal eine herzliche Begrüßung wenn wir nach Medias, Klausenburg und Alba Julia kommen.

Pater Berno, ein Salvatorianerpater aus Passau, wirkt segensvoll in Temeswar und baut dort eine Caritasstelle auf. Wir unterstützen ihn von Anfang an, ebenso auch Franz Schmalhofer von Thurmannsbang.

Ab 1996 übersteigen beide Bereiche unsere Kräfte. Nach reiflicher Überlegung und Rücksprache mit Franz Schmalhofer streichen wir Temeswar aus unserem Programm.

Von Anfang an sind wir bemüht, dass nur saubere Sachspenden von uns weitergegeben werden. Insgesamt ca. 15 Frauen kontrollieren wöchentlich die angelieferte Ware. Mit der Zeit kristallisieren sich zwei Gruppen heraus: eine Montagspacklgruppe und eine Mittwochspacklgruppe. Die meiste Ware ist in Ordnung, doch so manche Personen unserer Wohlstandsgesellschaft glauben, Rumänien sei unsere Müllabfuhr.

Im etwa 2 – 4-wöchigen Turnus werden abwechslungsweise nach Medias und Alba Julia mit Klausenburg mit jedem Transport ca. 11 – 13 Tonnen Sachspenden geliefert, insgesamt ca. 180 Tonnen im Jahr.

Zur gleichen Zeit wie wir beginnt auch Eberhard Mackuth aus Germannsdorf 1990 mit Hilfslieferungen an eine Taubstummenschule in Klausenburg. Zunächst unterstützt er zusammen mit der evangelischen Gemeinde St. Johannes in Passau-Nord die Taubstummenschule Nr. 2 in Klausenburg. Bei dieser Spezialschule handelt es sich um eine Einrichtung, die für die ungarische Minderheit im dortigen Raum zuständig ist. Weitere Hilfstransporte erfolgen im ökumenischen Sinne mit der katholischen Gemeinde St. Michael in Passau-Grubweg.

Anfangs beteiligen sich viele Helfer, doch nach und nach wird vor allem die Anzahl der Mitfahrer bei den Transporten immer geringer. Eberhard Mackuth schließt sich der Rumänienhilfe Wegscheid an. Beide Seiten sind dankbar, Mackuth weil er Anschluss hatte und wir, weil Mackuth zum einen kräftig mit anpackt und neue Helfer mitbringt. Seit 1997 gehört Eberhard Mackuth mit seiner Taubstummenschule in Klausenburg zur Rumänienhilfe Wegscheid.

Im Laufe der Jahre ist unsere Hilfsgruppe auf ca. 50 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer angewachsen. Sie helfen

  • ·         beim Kontrollieren, Verpacken und Verladen der Sachspenden,
  • ·         bei der wöchentlichen Vorbereitung des Flohmarktes,
  • ·         wenn Kuchen für den monatlichen Kuchenverkauf benötigt werden.

Von diesen 50 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern werden im Rahmen der Rumänienhilfe Wegscheid jährlich mindestens

9000 Ehrenamtsstunden

geleistet. Unser ganzer Stolz aber ist, dass wir im Laufe unserer kontinuierlichen Arbeit in Rumänien

120 Dauerarbeitsplätze

vor allem für Frauen schaffen und sichern können.

Von 1990 bis 1997 verteilen wir 2 x jährlich je 700 – 1000 Lebensmittelpakete von je 15 – 20 kg Grundnahrungsmittel.

Um möglichst effektiv helfen zu können, liefern wir bis 1994 die Lebensmittelpakete an jedes Schulkind unserer Patenschule in Medias. Die Pakete werden It. Klassenliste an jedes Kind, gleich welcher Volksgruppe, verteilt.

Ab 1994 gehen die Lebensmittelpakete an sozialschwache Familien und Rentner der Stadt Medias. Die Verteilung erfolgt anhand der Soziallisten des Bürgermeisteramtes und wird von unserer Gruppe selbst durchgeführt.

Chronologischer Ablauf:

1991 liefern wir zusätzlich zu den Lebensmitteln für 5 Dörfer 18 Tonnen Saatgut, Idw. Kleingeräte und Gartensämereien, sonstige Kleider- und Sachspenden, Medikamente und den Jahresbedarf von med. Einwegartikeln (z.B. Spritzen und Handschuhe) für zwei Krankenhäuser.

1992 beginnen wir neben der Lebensmittelverteilung auch mit der Ausstattung unserer Patenschule mit Mobiliar, Lehr- und Lernmaterial.

Seit diesem Jahr gehören auch 2 Ärzte unserer Gruppe an, Chefarzt Dr. Heinz-Peter Sedlmaier vom Krankenhaus Wegscheid und Walter Terletzki aus Hauzenberg.

Die jährliche Versorgung mit Medikamenten und Einwegartikeln wird von nun an über den Selbsthilfeverein für Diabetiker und Krebskranke in Medias unter der Leitung von Maya Caspari, einer Siebenbürger Sächsin, organisiert.

Chefarzt Dr. H.P. Sedlmaier ist zuständig für den Einkauf der Medikamente. Er steht mit den Verantwortlichen in Medias in Verbindung. Wir bringen Medikamente nur auf Anforderung.

Gegen Vorlage eines Bezugscheines vom Sozialamt und eines Rezeptes werden Medikamente kostenlos an Menschen abgegeben, die weder eine Krankenversicherung haben, noch die lebensnotwendigen Medikamente sich leisten können.

Wir lernen das ev. Pfarrerehepaar Gerhard und Ina Wagner in Alba Julia kennen. Sie holten nach der Wende behinderte Kinder aus Colzeste, einem Schreckensheim in Rumänien. Die Kinder lernen von jetzt ab vor allem Menschlichkeit, Menschenwürde und Geborgenheit kennen, werden medizinisch versorgt, ordentlich ernährt und so weit möglich gefördert.

Wir sind begeistert von dieser Arbeit, die hier geleistet wird, nehmen dieses Behindertenzentrum sofort in unser jährliches Hilfsprogramm auf und unterstützen es nach unseren Möglichkeiten vor allem mit Sachspenden.

Mit dem Verkaufserlös unserer Sachspenden kann das Behindertenzentrum aufgebaut und mitfinanziert werden. Wir freuen uns sehr. Hier greift unsere Devise ab der ersten Lieferung: Hilfe zur Selbsthilfe.

1993 finanzieren wir neben den üblichen Lebensmittellieferungen den Bau einer sanitären Anlage in unserer Patenschule für ca. 700 Kinder und ihre Lehrkräfte.

An einen Bauern liefern wir 3 Tonnen Saatmais, eine Melkanlage, Material und Geld zum Ausbau eines Stalles für ca. 25 Kühe und deren Anschaffung. Der Hof kann durch unsere Hilfe aufgebaut werden und bietet heute die Lebensgrundlage für die Bauersfamilie und einiger Arbeiterfamilien aus dem Dorf. Der Sohn des Bauern ist heute Bürgermeister dieses Dorfes: Großschelken.

Eine Klasse, hauptsächlich Mädchen, unserer Patenschule von Medias kommt nach Wegscheid und verbringt mit und in den Familien der Wegscheider Kinder eine ganze Woche. Neben mehreren Ausflügen besuchen wir mit den Kindern auch die Bayerische Staatsregierung in München und werden vom damaligen Ministerpräsidenten empfangen.

Ab 1994 gehen die Lebensmittellieferungen über die Liste vom Sozialamt des Bürgermeisteramtes von Medias an Rentner, Kranke und kinderreiche Familien. Selbstverständlich wird die Verteilung ebenfalls von uns selbst durchgeführt.

Weitere Renovierungsmaßnahmen an der Schule sind notwendig, wir liefern dazu Materialien, Geld und führen verschiedene Reparaturarbeiten selbst durch.

In diesem Jahr bekommen wir das erste Mal Kontakt zum Bürgermeisteramt.

Sofi Thellmann möchte ihren Secondhand-Handel weiter ausbauen und bittet uns um Unterstützung. Wir verfassen einen gegenseitigen Vertrag. Unsere Sachspendenlieferungen für Medias gehen ab diesem Zeitpunkt an sie. Mit dem Verkaufserlös finanzieren wir seitdem hauptsächlich die Verteilung der Lebensmittelpakete und weitere Projekte.

1995   Die Schule platzt aus allen Nähten, der Ausbau von 3 neuen Schulräumen wird in Angriff genommen. Einer unserer jungen Leute ist Bauzeichner, er liefert einen hervorragenden Bauplan.

Im Frühjahr und Herbst werden jeweils 1000 Rentner und Kinderreiche mit Lebensmitteln versorgt, eine Medikamentenlieferung und med. Einwegartikel werden an das Diabetikerzentrum getätigt.

Erstmals geht eine Lieferung von Lebensmittel an 2 Kinderheime.

Das Behindertenzentrum in Alba Julia wird seit 1993 ebenfalls mit Lebensmitteln, Medikamenten, Kleider- und Sachspenden und Möbeln versorgt.

Ab diesem Jahr unterstützen wir auch eine Klinik für Suchtkranke. Der Arzt und Leiter Dr. Holger Lux ist uns wohlbekannt, er arbeitet mit dem „Blauen Kreuz“ zusammen.

1996 können wir auf Grund der eingehenden Spenden noch eine zweimalige Versorgung von 1000 Rentnern und kinderreichen Familien mit Lebensmitteln durchführen.

Ab diesem Jahr wird die Bezahlung des Hausmeisters und des Putzpersonals unserer Patenschule von uns übernommen, ebenso die Bezahlung einer Therapeutin für ein Suchtzentrum in der Nähe von Hermannstadt (jeweils Jahreslohn).

Ab dem Jahr 1997 verteilen sich in Deutschland die Spenden auf viele weltweite Hilferufe und so werden die Geldspenden weniger und wir können ab diesem Jahr nur noch 1 x im Jahr die Lebensmittelversorgung bewerkstelligen.

Die Verteilung wird umorganisiert: 200 Pakete werden in Medias verteilt, 800 Pakete fahren wir in die Dörfer und bringen sie selbst zu den Familien, nach wie vor nach der Sozialliste des Bürgermeisteramtes. Wie immer erfolgt die Verteilung gegen Unterschrift nach Vorlage eines Bezugsscheines und des Ausweises.

Die Bezahlung des Hausmeisters, des Putzpersonals und die Unterstützung für die Rehaklinik für Suchtkranke bleiben, ebenso die Versorgung mit Medikamenten für das Diabetikerzentrum, auch Alba Julia ist nach wie vor in unserem Programm.

Die Geldspenden gehen zurück, aber der Beginn eines wöchentlichen Flohmarktes in Wegscheid hilft uns diese Lücke zu schließen. Der Erlös wird vor allem zur Finanzierung der Medikamente an das Diabetikerzentrum verwendet.

Paul Wieland bekommt durch Bürgermeister Daniel Thellmann die Ehrenbürgerwürde von Medias zugesprochen.

1998   Die neuen Schulräume in Medias werden feierlich eingeweiht. Wir konnten die erforderliche finanzielle Eigenleistung von ca. 30.000 DM an das BMI leisten – das Hilfsprogramm läuft ab wie im Vorjahr.

Seit diesem Jahr arbeiten wir mit einer rumänischen Spedition zusammen. Der Unternehmer ist sehr zuverlässig und wir liefern im 3-wöchigen Rhythmus abwechslungsweise ca. 12/13 Tonnen Sachspenden an Medias und Alba Julia. Die Fuhrkosten übernehmen jeweils die Empfänger: das Behindertenzentrum oder Sofi Thellmann.

Wir übernehmen die jährliche Bezahlung von zwei zusätzlichen weiblichen Pflegekräften in einem Kinderheim und geben weitere Unterstützung der Rehaklinik für Suchtkranke, ansonsten läuft das Hilfsprogramm ab wie all die Jahre vorher (Lebensmittel, Medikamente usw.)

1999   Das Hilfsprogramm läuft ab wie all die Jahre vorher.

2000   Etwa alle 2-3 Wochen werden nach Medias oder Alba Julia ca. 12 -13 Tonnen Sachspenden wie Kleidung, Schuhe, Bettwäsche usw. geliefert. Die Zusammenarbeit läuft über das deutsche Forum und das Bürgermeisteramt in Medias oder über die Diakonie in Alba Julia. Mit dem Erlös werden die verschiedenen Lohnzahlungen, Lebensmittel- und Medikamentenlieferungen finanziert.

2001   Die Versorgung eines Straßenkinderprojektes in Medias wird in das Hilfsprogramm aufgenommen. Alles läuft ab wie all die Jahre vorher.

Der wöchentliche Flohmarkt wird von der hiesigen Bevölkerung gut angenommen. Die Medikamentenversorgung kann bestehen bleiben.

2002   Das Hilfsprogramm in Rumänien läuft ähnlich ab wie die Jahre vorher.

Unsere Gruppe „Rumänienhilfe Wegscheid“ gibt aber auch Hilfestellung für Menschen in Not nicht nur in Rumänien. Seit 2002 existiert in Passau eine Schutzwohnung von Solwodi. Solwodi ist das Projekt von Sr. Lea Ackermann gegen Zwangsprostitution und Zwangsheirat. Diese Frauen und Kinder werden ab diesem Jahr von uns bei Bedarf mit Sachspenden versorgt.

2003  Eine Station für Obdachlose in Medias kommt neu in unser Hilfsprogramm.

2004   wie all die Jahre vorher

2005  Wir gründen einen Zweigverein unseres Diözesanverbandes in Medias, damit ein Frauenhaus eingerichtet werden kann. Dieser Zweigverein wird nun finanziell von unseren Zweigvereinen im DV unterstützt.

Eine lebensnotwendige Operation eines leukämiekranken Buben wird mit 10.000 € bezuschusst.

2006  Das Hilfsprogramm läuft ab wie gewohnt – Lebensmittellieferung usw. Eine notwendige Augenoperation wird finanziert.

2007   Alles läuft wie immer.

2008  Bei der Lebensmittelverteilung gibt es großen Tumult und wir benötigen die Polizei – die Schere von Arm und Reich triftet immer weiter auseinander. Sehr viele hungern.

2009  wird uns die Lagerhalle in Wegscheid gekündigt. Da für unsere Rumänienhilfe kein Nachfolger in Sicht ist und wir, das Ehepaar Wieland an die 70 Jahre alt sind, haben wir vor, unser Projekt abzuschließen und zu beenden.

Da müssen wir einen schweren Schlag verarbeiten. Der Bürgermeister von Medias, Daniel Thellmann, der seit Beginn an unser Mittels- und Kontaktmann war, ist mit 49 Jahren verstorben. Unsere Gebrauchtwarenlieferungen und Lebensmittelverteilung in Medias lief über ihn und seine Frau.

Seine Witwe bekommt keinerlei Rente und ist auf den Kleiderhandel angewiesen. Außerdem sind auch noch 20 Arbeitsplätze, meistens für Frauen, damit betroffen. Wir fühlen uns verpflichtet weiterzumachen.

Ähnlich verheerend wäre die Beendigung unserer Hilfestellung für das Behindertenzentrum in Alba Julia. Neben der Versorgung der Behinderten stehen auch noch ca. 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
2010  Als neue Lagerhalle wird uns die ehemalige Schule in Wildenranna angeboten und wir beginnen, uns dort einzurichten. Eine immense Arbeit liegt vor uns, aber mit unseren treuen Ehrenamtlichen schaffen wir es schließlich und wir können im Juni das erste Mal unseren Flohmarkt in Wildenranna eröffnen. Er wird gut angenommen. Unsere Arbeit geht weiter.

Die vorgegebene Aufstellung der Jahre bisher bezeichnet unsere Hauptprojekte. Doch viele Nebenschauplätze tun sich jedes Mal auf, wenn wir nach Medias oder Alba Julia kommen. Das Altenheim in Birtan ist seit Jahren unser Sorgenkind. Endlich haben wir eine geeignete und verantwortungsbewusste Kontaktperson gefunden und wir können auch hier wieder sinnvoll helfen.

2011   500 Lebensmittelpakete werden weiterhin in den Dörfern um Medias verteilt und 250 Pakete in der Stadt. Wir sind über die Lebenshaltungskosten entsetzt. Bei einer Rente von ca. 50 – 100 € mtl. müssen die Menschen mit einem Preisniveau zurechtkommen, das mit dem deutschen zu vergleichen ist.

Die lebensnotwendige Medikamentenversorgung nimmt immer größere Ausmaße an. Wir liefern bereits 2 x im Jahr.

2012  Im Stadtbereich Medias finden wir durch den Einsatz des Mediaser Frauenbundes eine Schule, die zwar sehr gut geführt ist, jedoch keinerlei Mittel besitzt.

Wir nehmen diese Schule zusätzlich in unser Förderprogramm auf. Die meisten Kinder kommen aus Zigeunerfamilien. Die Überzeugung, dass Bildung mehr wert ist als ein Betteleinkommen, ist vielen Eltern nicht klar und so arbeitet die Schulleitung mit unregelmäßigen Belohnungen. Nur wer regelmäßig zur Schule geht wird zwischendurch belohnt mit Lebensmittel, Schulmaterial oder Kleidung.

2013  Eine Hochwasserkatastrophe sucht weite Teile von Deutschland heim. Neben unseren Verpflichtungen in Rumänien helfen wir selbstverständlich nach unseren Möglichkeiten betroffenen Personen und Familien. Die Hochwasseropfer bekommen Kleidung, Gebrauchsgegenstände und was sie sonst alles benötigen kostenlos von uns ausgehändigt.

Wir bekommen genügend Sachspenden. Es reicht auch noch für Rumänien. Auch die gewohnte Lebensmittellieferung im Herbst und die Medikamentenversorgung können aufrecht erhalten bleiben.

Viele Zweigvereine des KDFB über die Diözesangrenze Passaus hinaus, z.B. aus der Diözese München und Regensburg, beteiligen sich mit Sachspendenlieferungen an unserer „Rumänienhilfe Wegscheid„.

Erstmals bringen wir zusätzlich in diesem Jahr 300 Weihnachtspakete nach Medias. Davon gehen

  • ·         200 Pakete an die Schule und den angegliederten Kindergarten,
  • ·         30 für Familien mit Aidskindern und
  • ·         70 für Personen aus dem Verein für schwerstbehinderte Menschen.

Die Verteilung wird vom Frauenbund Medias durchgeführt.

2014   Unsere Arbeit geht ununterbrochen weiter. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft überall weit auseinander.

Der Unterschied ist jedoch der, dass in Rumänien viele Betroffene durch das soziale Netz fallen und kaum aufgefangen werden können. Wir kümmern uns vor allem um kinderreiche Familien und Rentner. Die Rente im unteren sozialen Bereich beträgt monatlich ca. 45 – 60 € und das bei einem Preisaufkommen für Lebensmittel und Energiebedarf mit dem deutschen vergleichbar.

Selbstverständlich helfen wir aber auch Menschen aus unserer Region, die in Not geraten sind.

Asylbewerber werden nach Wegscheid verlegt. Auch sie kommen hilfesuchend in unsere Verkaufsstelle und werden so gut es geht versorgt.

2015   Eine hohe Ehre wird uns zu teil, Bischof Stefan Oster besucht im Rahmen der Dekanatsbesichtigung am 16. Juli unsere Räumlichkeiten in Wildenranna. Viele unserer Ehrenamtlichen sind anwesend. In seiner gewohnt menschlichen Art nimmt sich der Bischof Zeit für die Anwesenden und unser Projekt.

Neben all unserer gewohnten Arbeit feiern wir am 26. September das 25-jährige Bestehen unserer Rumänienhilfe. Wir haben alle eingeladen, die uns in irgendeiner Weise bisher unterstützt haben und auch weiterhin helfen. Es kommen auch Gäste aus Rumänien.

Was unsere Rumänienhilfe betrifft, so schauen wir – Burgi und Paul Wieland – hoffnungsvoll in die Zukunft. Wir haben Nachfolger gefunden:

Eberhard Mackuth übernimmt zusammen mit Heinrich Dicklhuber und Herlinde Geißler die Rumänienhilfe Wegscheid .

2016   Die hervorragende Organisation der Rumänienhilfe Wegscheid durch Burgi und Paul Wieland macht es uns – Eberhard Mackuth, Heinrich Dicklhuber und Herlinde Geißler – als Nachfolger relativ leicht, das Projekt weiterzuführen.

Die vielen Sachspenden halten unsere fleißigen Packerinnen auf Trab, der Flohmarkt wird jede Woche gut und attraktiv bestückt. 16 Lastwagen konnten in diesem Jahr abwechselnd nach Medias und Alba Iulia mit Klausenburg geschickt werden.

Das geschieht mit unseren Einnahmen:

  • Heuer wurde das Blaue Kreuz (Einrichtung für Suchtkranke), unter der Leitung von Dr. Holger Lux in Hermannstadt mit einer namhaften Spende zur Sanierung der Gebäude unterstützt.
  • Die Taubstummenschule in Klausenburg erhielt eine größere Zuwendung zur Anschaffung des dringend notwendigen neuen Schulbusses.
  • Die deutsche Schule in Medias wurde in unser Hilfsprojekt aufgenommen und erhält vor allem Sachspenden.
  • Die Diakonie in Medias wird ebenfalls bedacht.
  • Schwester Maria in Alba Iulia wird monatlich finanziell unterstützt, damit sie über die Diakonie warmes Essen für ihr Altenheim bekommt.
  • Wie alle Jahre wurden 500 Lebensmittelsäcke an bedürftige Menschen verteilt.
  • An ein Altenheim gingen Nikolauspäckchen durch Sofi Thellmann, unserer Verbindungsfrau in Medias.

2017 Die Arbeit ging ununterbrochen weiter. Auch heuer lieferten dank der großen Spendenfreudigkeit wieder 16 Lastwagen Ware nach Medias und Alba Iulia.

Durch die Einnahmen des Flohmarktes, der wieder sehr gut angenommen worden war, konnten wir weiter dringend notwendige Maßnahmen unterstützen:

  • Der größte Posten war wieder die Medikamentenlieferung an den Selbsthilfeverein für Diabetiker und Krebskranke in Medias.
  • Schwester Maria erhielt weitere Unterstützung, damit ihr Altersheim nun fünfmal in der Woche mit warmem Essen durch die Diakonie versorgt wurde. Somit wurde der Pater entlastet, der das Essen zubereitete,   damit er wieder mehr Unterricht halten konnte.
  • Dr. Holger Lux vom Blauen Kreuzeiner Einrichtung für Suchtkranke, bekam einen erheblichen Zuschuss zum dringend notwendigen Auto, auch die erforderliche Alarmanlage in seinem Heim wurde gesponsert.
  • Die Diakonie in Medias erhielt wieder Unterstützung.
  • Ebenso wurden wieder 500 Lebensmittelsäcke an die Bedürftigen in den Dörfern in der Nähe von Medias verteilt.
  • Die Taubstummenschule in Klausenburg wurde ebenfalls bedacht.

2018 Heuer konnten wir 14 Lastwagen mit Sachspenden von insgesamt ca. 180 t nach Medias und Alba Iulia schicken.
Unser herzlicher Dank gilt den Frauenbünden, die uns immer mit großen Lieferungen versorgen, 2018 kamen die Sachspenden von 16 Frauenbünden.

Das Sortieren der gelieferten Ware forderte unsere fleißigen Packerinnen, und der Flohmarkt konnte immer wieder reich und abwechslungsreich bestückt werden. Die erzielten Einnahmen und Spenden ermöglichten uns die Fortsetzung unserer Hilfsmaßnahmen wie in den vergangenen Jahren. Bei der Herbstfahrt nach Medias und Alba Iulia, die heuer erstmals Anfang Oktober durchgeführt wurde, wurden wieder 500 Lebensmittelsäcke mit Grundnahrungsmitteln an bedürftige Kinderreiche und Behinderte ausgegeben.

2019 Die Spendenfreudigkeit ist nach wie vor sehr groß, dafür bedanken wir uns sehr herzlich. Vor allem Sachspenden kamen von 15 Frauenbünden und wir konnten 16 LKWs nach Medias und Alba Iulia schicken. In unserem Flohmarkt fanden die Schnäppchenjäger viele interessante Dinge.

Durch die erfreulichen Einnahmen und die Geldspenden konnten wir die enormen Kosten für die notwendigen Medikamente aufbringen, die 500 Lebensmittelsäcke mit Grundnahrungsmittel für die Ärmsten finanzieren und daneben die Taubstummenschule in Klausenburg, die Diakonie in Medias und Alba Iulia und das Blaue Kreuz unterstützen.

Eine sehr rührige Gruppe aus Eging, die schon seit längerer Zeit mit Weihnachtspäckchen die dortige Rumänienhilfe unterstützt hatte, übergab uns eine große Anzahl liebevoll verpackter Weihnachtsgeschenke. Diese wurden kurz vor Weihnachten mit unserem Transport nach Medias und Alba Iulia für die Schulkinder und Waisenkinder mitgenommen und fanden großen Anklang.

Auch ein Kinderheim in Brasov erhielt die ersehnten Weihnachtspäckchen.

 

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